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Nachdem ihr Schiff im Sturm gesunken war, gingen sie jeden Morgen an den Strand, um zu sehen, was der Ozean an Land gespült hatte.
After their ship went down in the storm they went to the shore every day to see what the ocean had washed ashore.
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Seesslen, Georg / Metz, Lutz: Krieg der Bilder  Bilder des Krieges. Abhandlung über die Katastrophe und die mediale Wirklichkeit. Edition Tiamat (Berlin) 2002. 158 Seiten,
13 Euro/Fr. 25.60

Der Essay "Krieg der Bilder  Bilder des Krieges" bewegt sich auf mindestens drei verschiedenen Ebenen. Zum einen befassen sich die beiden Autoren mit den Katastrophenfilmen der letzten dreissig Jahre, zum anderen analysieren sie die Dramaturgie der medialen und politischen Aufbereitung und Bewältigung der Terroranschläge des 11. Septembers 2001, und dritten gehen sie dem äusserst widersprüchlichen Prozess der "Virtualisierung" der Wirklichkeit nach.
Bei den Katastrophenfilmen beobachten Seesslen und Metz eine Akzentverschiebung. Drohten in den Werken der siebziger Jahre die Gefahren vorwiegend aus dem Innern des Systems, etwa von skrupellosen Profiteuren, die sich nicht an Sicherheitsvorschriften halten , so wird die Bedrohung später immer mehr "ausgelagert" und kommt aus den Tiefen des Universums wie zum Beispiel in "Independence Day".
Hollywood ist für Seesslen und Metz eine der grossen "Bildmaschinen". Ihre Produkte prägen unsere Wahrnehmung, und ihre Erzählmuster geben Modelle ab, nach denen sich Ereignisse medial und politisch aufbereiten und "bewältigen" lassen. Entsprechendes kann bei den Terroranschlägen des 11. Septembers und ihren Folgen beobachtet werden.
"Bildmaschinen" sind auch die modernen Medien. Sie werden immer mehr dazu eingesetzt, den realen Krieg hinter dem "virtuellen" verschwinden zu lassen. Das Ganze dürfte auf Dauer aber nicht so glatt gehen, wie einige der modernen Kriegsherren einen glauben machen wollen. Denn, so Seesslen und Metz: "Heute einen Krieg zu führen, heisst, einen unkontrollierbaren Prozess lostreten."
"Krieg der Bilder  Bilder des Krieges" ist alles andere als ein ausgefeiltes Werk. Einige Partien nehmen sich fast wie Materialsammlungen aus, in anderen Teilen operieren die beiden Autoren mit Begriffen, ohne sich allzu sehr mit deren Herleitung abzugeben. Wer bereit ist, dies in Kauf zu nehmen, wird das äusserst anregende Buch mit einigem Gewinn lesen.



This page was last updated
on: May 14, 2002